So einfach wie möglich, so viel wie nötig

Nicht jeder Kinderwunsch braucht dieselbe Behandlung. Unser Grundsatz ist: Wir beginnen mit den sanftesten Methoden, die das Paar am wenigsten belasten – und gehen nur so weit, wie es nötig ist. Welcher Weg für Sie der richtige ist, ergibt sich aus der Abklärung. Die Behandlung ist also gezielt, nicht schematisch. 

Auf dieser Seite zeigen wir, wie wir grundsätzlich vorgehen und wann welche Behandlung sinnvoll ist. 

Unser Grundprinzip: so einfach wie möglich, so viel wie nötig

Reproduktionsmedizin bedeutet nicht automatisch künstliche Befruchtung. Viele Paare werden mit einfachen Mitteln schwanger – mit einer Unterstützung des Eisprungs oder einer Insemination. Erst wenn diese Wege nicht zum Ziel führen, oder wenn die Ausgangslage es von Anfang an erfordert, sprechen wir über IVF und ICSI. 

Diese Stufen sind eine Leitlinie, kein starrer Automatismus. Manchmal ist es sinnvoll, gleich auf einer höheren Stufe zu beginnen – etwa wenn die Abklärung zeigt, dass eine einfachere Behandlung wenig Aussicht auf Erfolg hätte. Was zu Ihnen passt, besprechen wir gemeinsam. 

Der Ausgangspunkt: die Abklärung

In der Abklärung untersuchen wir beide Partner – denn die Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden liegen, und in manchen Fällen findet sich keine fassbare Ursache. 

Aus den Ergebnissen ergibt sich, welche Behandlungsstufe für Sie sinnvoll ist. → Mehr dazu auf unserer Seite «Abklärung bei Kinderwunsch». 

Stufe 1:  Den Eisprung unterstützen

Wenn der Eisprung ausbleibt oder unregelmässig stattfindet, lässt er sich gezielt fördern – vorzugsweise mit niedrig dosierten Tabletten oder selbst verabreichten Injektionen ab dem dritten bis fünften Zyklustag. Um den zehnten Zyklustag kontrollieren wir per Ultraschall, wie das Eibläschen heranreift, und lösen den Eisprung gezielt aus, um das Timing des Verkehrs zu optimieren.

Das ist die sanfteste Form der Behandlung und oft der erste Schritt, manchmal in Kombination mit einer Insemination.

Stufe 2:  Die Insemination (IUI)

Die intrauterine Insemination kommt infrage bei leichter männlicher Fruchtbarkeitseinschränkung oder bei ungünstigen Verhältnissen am Gebärmutterhals, die es den Samenzellen erschweren, vorzudringen. Wie bei Stufe 1 verfolgen wir das Wachstum des Eibläschens und lösen den Eisprung gezielt aus.

Je nach Distanz zum Wohnort (30-60 Minuten) kann der Mann den Samen zuhause oder bei uns vor Ort gewinnen. In unserem Labor wird der Samen mit der hochwertigen Dichtegradient-Zentrifugationsmethode aufbereitet. Wir gewinnen so ein Konzentrat der beweglichsten und am besten geformten Samenzellen.

Das Konzentrat der besten Samenzellen wird anschliessend mit einem feinen, flexiblen Katheter schmerzlos direkt in die Gebärmutter eingebracht. Die Frau kann anschliessend aufstehen und ein normales Leben führen; die Einnistung wird mit Gelbkörperhormon-Scheidenzäpfchen gefördert.

Pro Zyklus liegt die Erfolgschance bei etwa 10 bis 15 Prozent, je nach Ausgangslage und Alter (Bahadur et al. 2020). Deshalb sind mehrere Versuche sinnvoll – die Wahrscheinlichkeit summiert sich über mehrere Zyklen. Bleibt der Erfolg nach drei Versuchen aus, nehmen wir uns in einem Bilanzgespräch mit beiden Partnern Zeit, das weitere Vorgehen gemeinsam festzulegen. 

Kosten der Insemination

Die Grundversicherung übernimmt in der Regel die Hormonbehandlung bis zu zwölf Monate sowie drei Inseminationszyklen – vorausgesetzt, die geltenden Bedingungen sind erfüllt. Das macht die einfacheren Behandlungsstufen für die meisten Paare gut zugänglich.

Stufe 3:  IVF, ICSI und weitere Verfahren

Führen die einfacheren Behandlungen nicht zum Erfolg – oder erfordert es die Ausgangslage von Anfang an, etwa bei verschlossenen Eileitern oder ausgeprägter männlicher Einschränkung –, sprechen wir über die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). 

Diese Verfahren führen wir in unserem eigenen, zertifizierten Labor durch. Sie sind aufwendiger, eröffnen aber Wege und Erfolgsraten, die mit einfacheren Methoden nicht möglich sind. 

Anders als die vorhergehenden Stufen werden IVF und ICSI von der Grundversicherung nicht übernommen. → Mehr dazu auf unseren Seiten «IVF, ICSI & weitere Verfahren» und «Preise & Krankenkasse» 

Gemeinsam den richtigen Weg finden

Welche Stufe für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir nicht über Ihren Kopf hinweg. Nach den Abklärungen und bei jeder Etappe nehmen wir uns Zeit für ein Gespräch – und gehen den Weg, der für Sie passt.

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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –