Infektionen in der Schwangerschaft

Infektionen in der Schwangerschaft

Welche Infektionen sind schädlich für das Kind
Die allermeisten Infektionen sind in der Schwangerschaft harmlos. Einige wenige können aber auf das Kind übergehen und ihm schaden. Bei manchen davon prüfen wir Ihren Schutz mit einem einfachen Bluttest oder beugen vor; vor anderen, gegen die es keinen sinnvollen Test gibt, schützen Sie sich am besten mit ein paar Hygiene-Massnahmen. Hier der Überblick – und was Sie selbst tun können.
Zu Beginn der Schwangerschaft untersuchen wir Ihr Blut auf mehrere Infektionen. Diese Serologien bestimmen wir in der Regel einmal zu Beginn und nicht unbedingt erneut:
Rund vier Wochen vor dem Termin machen wir einen einfachen Abstrich auf Streptokokken der Gruppe B. Das sind Bakterien, die ein Teil der Frauen ganz ohne Beschwerden in Scheide oder Darm trägt – das ist keine Krankheit und nichts, was Sie falsch gemacht haben. Für Sie sind sie harmlos; nur sehr selten können sie beim Kind während der Geburt eine Infektion auslösen. Finden wir Streptokokken B, ist die Vorbeugung einfach: Sie erhalten unter der Geburt über die Vene ein Antibiotikum, das das Kind zuverlässig schützt. Mehr müssen Sie dafür nicht tun.
Bei den folgenden Infektionen ist ein Test nicht klar empfohlen, und die Krankenkasse übernimmt ihn nicht. Ob sich eine Untersuchung für Sie lohnt, hat Vor- und Nachteile, die wir in Ruhe gemeinsam abwägen. Umso mehr zählt hier die Vorbeugung:
Toxoplasmose wird durch einen Parasiten verursacht, der vor allem in rohem Fleisch und in Katzenkot vorkommt. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann dem Kind selten schaden. In der Schweiz wird seit Jahren nicht mehr routinemässig getestet, weil eine Behandlung die Übertragung nicht zuverlässig verhindert – umso wichtiger ist, dass Sie der Ansteckung vorbeugen:
CMV (Zytomegalie) ist ein weit verbreitetes Virus und für gesunde Erwachsene harmlos. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kann es dem Kind aber gelegentlich schaden, vor allem dem Gehör. Hauptquelle sind kleine Kinder, die das Virus über Speichel und Urin ausscheiden. Einen Routine-Test gibt es nicht; bei erhöhtem Risiko – etwa mit eigenem Kleinkind oder Arbeit in der Kinderbetreuung – bestimmen wir die Antikörper. Am meisten bringt die Handhygiene:
Seien wir ehrlich: Mit einem Kleinkind zu Hause lässt sich das nicht lückenlos durchhalten. Tun Sie, was im Alltag möglich ist – schon das senkt Ihr Risiko spürbar (SGGG 2021).
Parvovirus B19 (Ringelröteln) ist eine häufige Kinderkrankheit; die meisten Erwachsenen sind geschützt. Stecken Sie sich erstmals an, kann das selten zu einer Blutarmut beim Kind führen. Hauptquelle sind erkrankte Kinder – ein Thema vor allem für Frauen mit Kleinkindern oder in der Kinderbetreuung. Einen Impfstoff gibt es nicht; sind Sie nicht geschützt, meiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen. Bei einem Ausbruch in Ihrem Umfeld prüfen wir Ihren Schutz im Blut und überwachen das Kind bei Bedarf per Ultraschall.
Melden Sie sich, wenn Sie Fieber bekommen, einen Hautausschlag bemerken, grippeähnliche Symptome haben oder Kontakt zu jemandem mit Ringelröteln, Windpocken oder Masern hatten. Dann klären wir Ihren Schutz ab und ergreifen bei Bedarf die richtigen Massnahmen. Lieber einmal zu oft fragen als zu wenig.
Manche Infektionen lassen sich durch Impfungen verhindern – etwa Keuchhusten, Grippe oder RSV (mehr → «Impfungen»).
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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –