Sicher und schmerzlos

Der Ultraschall ist unser Fenster zu Ihrem Kind: Er macht es sichtbar, ohne ihm zu schaden, und ist unser wichtigstes Werkzeug, um zu sehen, ob sich Ihr Kind gut entwickelt. Für die Eltern ist er zugleich ein bewegender Moment – das erste Bild ihres Kindes. Hier erklären wir, wann wir welchen Ultraschall machen, was er zeigen kann und was nicht. Wie bei allen vorgeburtlichen Untersuchungen holen wir Ihr Einverständnis zu Ultraschall-Untersuchungen ein (mehr dazu → «Vorgeburtliche Untersuchungen»).

Sicher und schmerzlos

Ultraschall arbeitet mit Schallwellen, nicht mit Röntgenstrahlen. Er wird seit den 1980er Jahren routinemässig in der Schwangerschaft eingesetzt, und ein schädigender Einfluss auf Mutter oder Kind ist nicht bekannt. Trotzdem gehen wir sorgsam damit um: Wir setzen nur so viel Schallenergie und so lange ein, wie für die jeweilige Untersuchung nötig ist. Ultraschall stellt hinsichtlich Erkenntnisgewinn und emotionaler Bindung an das ungeborene Kind wohl den grössten Fortschritt der Geburtshilfe dar.

Die Untersuchungen im Verlauf

Im Lauf der Schwangerschaft schauen wir mehrmals mit Ultraschall nach Ihrem Kind:

Der frühe Ultraschall (6. bis 9. Woche) zeigt, ob das Kind lebt und sich am richtigen Ort in der Gebärmutter entwickelt (und schliesst eine Eileiterschwangerschaft aus), bestätigt den Geburtstermin und erkennt Mehrlinge. In dieser frühen Phase erfolgt der Ultraschall oft über die Scheide, weil das Kind so am besten sichtbar ist.

Der erste Organ-Ultraschall mit Nackentransparenz (11. bis 14. Woche) nimmt die Organe des Kindes erstmals genauer in den Blick. Dabei messen wir die Nackentransparenz, die zusammen mit Blutwerten in den Ersttrimestertest einfliesst (→ «Ersttrimestertest»); einzelne schwere Fehlbildungen lassen sich bereits jetzt erkennen.

Das Organscreening (20. bis 23. Woche) ist die ausführlichste Untersuchung. Wir schauen uns die Organe des Kindes genau an – Kopf und Gehirn, Herz, Wirbelsäule, Bauchorgane und Gliedmassen –, beurteilen Wachstum und Fruchtwassermenge und prüfen den Sitz des Mutterkuchens. Meist lässt sich ab dieser Untersuchung auch das Geschlecht erkennen – wir sagen es Ihnen gern, wenn Sie es wissen möchten, oder behalten es für uns, wenn Sie sich überraschen lassen wollen.

Später im letzten Drittel kontrollieren wir Wachstum, Lage und Fruchtwasser des Kindes. Diese Untersuchung führen wir in unserer Praxis regelmässig durch – sie gibt zusätzliche Sicherheit, auch wenn sie nicht überall fest zur Routine gehört.

Was der Ultraschall zeigen kann – und was nicht

Der Ultraschall erkennt viele, aber nicht alle Auffälligkeiten. Wie gut sich etwas zeigt, hängt stark von der Art ab: Manche Veränderungen sind fast immer sichtbar, andere – etwa bestimmte Herzfehler – sind selbst für geübte Augen schwer zu erkennen (ISUOG 2022). Ein unauffälliger Befund ist darum sehr beruhigend, kann aber kein vollständig gesundes Kind garantieren. Umgekehrt bedeutet ein auffälliger Befund nicht immer etwas Schlimmes – ihm gehen wir dann gezielt nach.

3D- und 4D-Ultraschall

Mit moderner Technik lässt sich das Kind räumlich (3D) oder als bewegtes Bild (4D) darstellen – beeindruckende Aufnahmen, die viele Eltern berühren. Medizinisch bringen sie meist keinen zusätzlichen Nutzen, doch sie können den Bezug zum Kind stärken. Voraussetzung ist, dass Ihr Kind günstig liegt und genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Für eine Pauschale von 250 CHF für die ganze Schwangerschaft erhalten Sie alle 3D-Bilder elektronisch auf einem USB-Stick.

Kosten

Die zwei Routine-Ultraschälle (11. bis 14. und 20. bis 23. Woche) sowie weitere Untersuchungen bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Grundversicherung.

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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –