Vor der Schwangerschaft aktiv werden

Eine Schwangerschaft beginnt nicht erst mit dem positiven Test. Vieles, was Ihnen und dem Kind guttut, lässt sich schon vorher in die Wege leiten – und manches sollte sogar vor der Empfängnis geregelt sein. Ein kurzer Termin bei uns, bevor Sie schwanger werden (sogenannte präkonzeptionelle Beratung), lohnt sich. Hier das Wichtigste im Überblick.

Folsäure früh beginnen

Folsäure senkt das Risiko für einen «offenen Rücken» (Neuralrohrdefekt) beim Kind deutlich – aber nur, wenn sie früh genug eingenommen wird, nämlich schon vor der Empfängnis. Beginnen Sie darum möglichst einen Monat vor der Empfängnis mit einem Präparat (mindestens 0,4 mg pro Tag) und nehmen Sie es bis Ende der zwölften Schwangerschaftswoche. Bei bestimmten Voraussetzungen – etwa einer früheren Schwangerschaft mit Neuralrohrdefekt, einem Diabetes oder gewissen Medikamenten – ist eine deutlich höhere Dosis (4 bis 5 mg) nötig (SGGG 2025). Die für Sie passende Dosis legen wir gemeinsam fest.

Impf- und Immunstatus prüfen

Manche Infektionen sind in der Schwangerschaft gefährlich fürs Kind – am besten klärt man den Schutz schon vorher. Wir schauen Ihren Impfausweis an und nehmen bei Bedarf Blut ab:

  • Röteln und Windpocken (Varizellen): Sind Sie nicht geschützt, impfen wir vor der Schwangerschaft nach. Weil es sich um Lebendimpfungen handelt, sollte danach rund ein Monat bis zum Schwangerwerden vergehen.
  • Übrige Impfungen: Wir gehen Ihren gesamten Impfpass durch und schliessen bestehende Lücken am besten jetzt.

Grunderkrankungen vorher gut einstellen

Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben – etwa Diabetes, Bluthochdruck, eine Schilddrüsen-, Rheuma- oder Autoimmunerkrankung, Epilepsie oder eine psychische Erkrankung –, sollte diese vor der Schwangerschaft gut abgeklärt und möglichst stabil eingestellt sein. Das senkt die Risiken für Sie und Ihr Kind spürbar.

Wichtig ist dabei auch ein Blick auf Ihre Medikamente: Einige sind in der Schwangerschaft nicht geeignet und sollten rechtzeitig auf ein verträgliches Präparat umgestellt werden – das braucht manchmal etwas Vorlauf. Im Zweifel besprechen wir gemeinsam mit Ihren behandelnden Spezialistinnen und Spezialisten – und bei Bedarf mit einem Perinatalzentrum –, was vor einer Schwangerschaft sinnvoll ist. Setzen Sie Medikamente aber bitte nie eigenständig ab, sondern sprechen Sie zuerst mit uns.

Genussmittel und Lebensstil

Was sich jetzt besonders lohnt: mit dem Rauchen aufzuhören, auf Alkohol zu verzichten und auf ein gesundes Gewicht zu achten – all das verbessert die Aussichten auf eine unkomplizierte Schwangerschaft. Gehen Sie ausserdem auch rezeptfreie Mittel und pflanzliche Präparate mit uns durch; nicht alles davon ist in der Schwangerschaft unbedenklich.

Familiäre und persönliche Vorgeschichte

Gibt es in Ihrer Familie oder der Ihres Partners bekannte Erbkrankheiten, oder hatten Sie früher Schwangerschaftskomplikationen? Sagen Sie es uns – manchmal ist vorab eine genetische Beratung oder eine besondere Vorbereitung sinnvoll, damit Sie möglichst gut starten.

Zusatzversicherung rechtzeitig

Eine Zusatzversicherung für zusätzlichen Komfort bei der Geburt muss vor der Schwangerschaft abgeschlossen werden – danach ist das in der Regel nicht mehr möglich. Sie ermöglicht die freie Wahl von Klinik und Zimmer, die freie Arztwahl und die persönliche Betreuung durch einen Kader- bzw. Belegarzt. Wer das wünscht, regelt es am besten jetzt.

Der Termin bei uns

All das schauen wir in Ruhe gemeinsam an: ein Gespräch über Ihre Gesundheit und Vorgeschichte, ein Blick auf Impfungen und Medikamente und ein individueller Plan für den Start. So gehen Sie gut vorbereitet in die Schwangerschaft – wie es dann weitergeht, lesen Sie unter → «Schwanger sein».

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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –