Basisabklärung bei Kinderwunsch

Basisabklärung bei Kinderwunsch

Wichtige Tests
bei Mann und Frau
Nach dem Erstgespräch beginnt die eigentliche Abklärung. Diese umfasst grundsätzlich beide Partner und soll vollständig sein – wenn ein Problem entdeckt wird, kommt es häufig vor, dass wir auch noch ein zweites oder drittes finden.
Zuerst schauen wir, was schon vorliegt. Wenn Sie bereits bei Ihrer Frauenärztin, Ihrem Hausarzt oder einem Urologen abgeklärt wurden, übernehmen wir diese Befunde und bauen darauf auf. Wiederholen müssen wir nur das, was für die weitere Planung wirklich nötig ist – etwa wenn ein Wert schon länger zurückliegt. Das besprechen wir jeweils mit Ihnen, damit nachvollziehbar ist, warum eine Untersuchung noch einmal sinnvoll ist. Grundsätzlich werden alle Teile der Basisabklärung von der Krankenkasse zurückerstattet.
Zu Beginn des Zyklus (2. - 5. Zyklustag) nehmen wir Blut ab und bestimmen verschiedene Hormone. Sie geben uns ein Bild davon, wie die Eierstöcke arbeiten und ob der Hormonhaushalt ausgeglichen ist.
Ein Wert wird oft besonders beachtet: das AMH (Anti-Müller-Hormon). Es gibt einen Hinweis auf die Eizellreserve – also ungefähr, wie viele Eizellen noch angelegt sind. Wichtig ist, was das AMH nicht sagt: Es sagt nichts über die Qualität der Eizellen und nichts darüber, wie wahrscheinlich eine natürliche Schwangerschaft ist. Ein tiefer Wert bedeutet nicht, dass es nicht klappt, ein hoher Wert ist keine Garantie. Es ist ein Baustein im Gesamtbild, nicht mehr und nicht weniger. Wie Eizellreserve und Alter zusammenhängen, lesen Sie in unserem Artikel «Alter und Fruchtbarkeit».
Beim Mann untersuchen wir die Samenqualität. Die Probe können Sie bei uns vor Ort abgeben oder zu Hause gewinnen und mitbringen – was Ihnen angenehmer ist. Wichtig ist nur, dass sie zeitnah ins Labor kommt.
Unsere Embryologen beurteilen die Probe anschliessend nach den folgenden Kriterien: die Anzahl der Samenzellen, ihre Beweglichkeit und ihre Form. Auch führen wir eine Probe-Samenaufbereitung durch, ob sich die Qualität für Inseminationen eignet. Dieses Basis-Spermiogramm kostet den Mann 250 CHF und wird von der Krankenkasse zurückerstattet.
Zeigt das Spermiogramm Auffälligkeiten oder gibt es Hinweise aus der Vorgeschichte, ist eine urologische/andrologische Untersuchung der nächste Schritt. Sie ist nicht bei jedem Mann nötig – wir veranlassen sie gezielt dann, wenn sie etwas zur Klärung beiträgt.
Weil die Untersuchungen bei der Frau an den Zyklus gebunden sind, verteilen sie sich über etwa einen Monat: die Blutentnahme früh im Zyklus, der Ultraschall etwa in der Zyklusmitte. Das Spermiogramm ist davon unabhängig und kann jederzeit gemacht werden. So liegen nach rund einem Zyklus die wesentlichen Resultate vor.
Bei den meisten Paaren reicht diese Basisabklärung, um das weitere Vorgehen zu planen. Manchmal braucht es gezielt mehr – etwa eine Gebärmutter- oder Bauchspiegelung, wenn ein Befund das nahelegt, oder zusätzliche Bluttests bei bestimmten Vorerkrankungen. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel, und wir besprechen es mit Ihnen, bevor wir solche Schritte einleiten.
Wenn alle Ergebnisse vorliegen, setzen wir uns wieder zusammen, besprechen die Befunde und legen gemeinsam Ihren weiteren Weg fest.
→ Mehr dazu auf unserer Seite «Behandlungen bei Kinderwunsch»

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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –