IVF und ICSI

IVF und ICSI

In vitro-Fertilisation (IVF) und Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Bei der natürlichen menschlichen Befruchtung im Eileiter muss die Samenzelle nach langer, ermüdender Schwimmstrecke die - manchmal harte - Eihülle (Zona pellucida) durchdringen. Bei verminderter männlicher Fruchtbarkeit, und manchmal auch bei unerfülltem Kinderwunsch ohne Erklärung, funktioniert dieser wesentliche Teil der menschlichen Fortpflanzung nicht, oder nur zu selten. Auch bei der konventionellen IVF, wo Eizelle und einige Zehntausend Samenzellen über Nacht bebrütet werden, kommt es in 5-10% der Fälle nicht zur Befruchtung.
1992 wurde in Brüssel die IVF-Methode entscheidend weiterentwickelt. Bei der ICSI wird eine einzige Samenzelle mit einer Mikronadel (Innendurchmesser 0,005 mm!) direkt ins Cytoplasma (Zellflüssigkeit) der Eizelle eingespritzt.
Von links fixiert die Haltepipette die Eizelle, von rechts hat die Injektionspipette soeben die zähe äussere Hülle (Zona pellucida) und die Zellmembran der Eizelle durchstochen (Symbolbild, die Samenzelle ist in Tat und Wahrheit noch kleiner). Dieser Vorgang wird für alle reifen Eizellen wiederholt. Die Eizellen wurden am gleichen Tag aus den Eierstöcken der Frau abgesaugt.
Links: reife Eizelle nach der Entnahme (Tag 0),
Mitte: befruchtete Eizelle (Zygote) mit zwei Vorkernen und zwei Polkörperchen am Tag 1,
rechts: 10-Zell-Embryo am Tag 3.
Am Tag 5 hat sich die befruchtete Eizelle zu 200 Zellen vermehrt. Es hat sich eine wunderschöne Hohlkugel gebildet (Blastocyste) mit einer inneren Zellmasse (rot), aus welcher sich später das Kind entwickelt, und dem äusseren Mantel (Trophectoderm), welcher die Plazenta bilden wird. Oben beginnt der Embryo aus seiner Hülle zu schlüpfen (hatching).
Eine fast spirituell schöne Blastocyste, von unserem Chefbiologen fotografiert.
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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –