Myome – gutartige Muskelknoten der Gebärmutter

Myome – gutartige Muskelknoten der Gebärmutter

Gutartig und häufig
Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter – und sie sind ausgesprochen häufig. Die allermeisten machen gar keine Beschwerden und müssen nie behandelt werden. Falls sie doch stören, gibt es heute viele Wege, oft ganz ohne grosse Operation und unter Erhalt der Gebärmutter. Auf dieser Seite ordnen wir ein, wie häufig und harmlos Myome sind, welche Beschwerden sie machen können und welche Behandlungen es gibt – immer abgestimmt auf Ihre Situation.
Myome gehören zu den häufigsten gutartigen Veränderungen überhaupt: Bis zum 50. Lebensjahr entwickeln die meisten Frauen ein oder mehrere Myome – Schätzungen reichen von 70 bis über 80 Prozent (Baird et al. 2003), oft ohne je etwas davon zu merken. Sie sind nicht «Ihre Schuld» und entarten nur äusserst selten bösartig. Kurz: Ein Myom-Befund ist in aller Regel ein gutartiger Zufallsbefund, kein Grund zur Sorge.
Myome wachsen aus der Muskelschicht der Gebärmutter und werden durch die körpereigenen Hormone (vor allem Östrogen) genährt. Entscheidend für mögliche Beschwerden ist weniger die Grösse als die Lage (Munro et al. 2024):
Meist entdecken wir Myome zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung – viele Frauen wissen gar nicht, dass sie eines haben. Steht eine Behandlung im Raum, bilden wir die genaue Lage und Grösse ab (Ultraschall, bei Bedarf ergänzend ein MRI), denn davon hängt ab, welcher Weg der beste ist.
Die meisten Myome bleiben stumm. Wenn sie Beschwerden machen, sind es vor allem: eine starke oder verlängerte Regelblutung (mit dem Risiko einer Blutarmut), ein Druck- oder Völlegefühl im Unterbauch, Schmerzen, Druck auf Blase oder Darm (häufiger Harndrang, Verstopfung) und seltener Schwierigkeiten beim Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft. Welche Beschwerden auftreten, hängt von Lage, Grösse und Wachstum ab.
Ein Myom ist kein Automatismus zur Behandlung. Macht es keine Beschwerden, kontrollieren wir es einfach in Ruhe per Ultraschall – viele Myome bleiben über Jahre stabil. Erst wenn ein Myom Beschwerden verursacht oder rasch wächst, besprechen wir gemeinsam die nächsten Schritte. Auch ein wachsendes Myom ist dabei fast immer gutartig – eine bösartige Veränderung ist sehr selten.
Wenn behandelt wird, dann gezielt – nach Ihren Beschwerden, der Lage und dem Wachstum des Myoms und nach Ihren Wünschen, etwa ob Sie sich Kinder wünschen oder die Gebärmutter erhalten möchten. Den Weg wählen wir gemeinsam. Es gibt drei Stufen, die sich auch kombinieren lassen:
Die meisten Myome stehen einer Schwangerschaft nicht im Weg – viele Frauen mit Myomen werden problemlos schwanger. Vor allem submuköse oder sehr grosse Myome können die Fruchtbarkeit oder den Verlauf einer Schwangerschaft beeinträchtigen. Wenn Sie sich Kinder wünschen, planen wir individuell, ob und wie ein Myom vor einer Schwangerschaft behandelt werden sollte (mehr dazu → «Kinderwunsch»).
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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –