Impfungen in der Schwangerschaft

Impfungen in der Schwangerschaft

Das Baby und sich selbst schützen
Impfungen in der Schwangerschaft haben ein doppeltes Ziel: Sie schützen Sie selbst – und Ihr Baby. Denn über Ihr Blut gibt eine Impfung dem Kind einen Schutz mit, der in den ersten Lebensmonaten trägt, bevor es selbst geimpft werden kann (man nennt das Nestschutz). Die in der Schwangerschaft empfohlenen Impfungen sind gut untersucht und sicher. Wir schauen mit Ihnen Ihren Impfausweis an und besprechen, welche Impfung wann für Sie sinnvoll ist.
Keuchhusten (Pertussis). Diese Impfung empfehlen wir in jeder Schwangerschaft neu, am besten im zweiten Drittel (zwischen der 13. und 26. Woche) – und zwar unabhängig davon, wann Sie zuletzt geimpft wurden. Keuchhusten kann für Neugeborene gefährlich werden; über die Impfung erhält Ihr Kind einen Schutz für die ersten Lebensmonate, bis es seine eigenen Impfungen bekommt. Haben Sie den Termin verpasst, holen wir die Impfung im dritten Drittel so früh wie möglich nach.
Grippe (Influenza). In der Grippesaison (Herbst und Winter) empfehlen wir die Grippeimpfung in jeder Phase der Schwangerschaft, auch schon im ersten Drittel. Schwangere haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf, und auch hier profitiert das Kind vom Schutz. Es handelt sich um einen Totimpfstoff, der für Mutter und Kind sicher ist (SGGG, Expertenbrief Nr. 55).
RSV. Das RS-Virus ist der häufigste Grund für schwere Atemwegsinfektionen bei Säuglingen. Eine Impfung zwischen der 32. und 36. Woche schützt Ihr Baby in seiner ersten RSV-Saison – empfohlen, wenn der Geburtstermin zwischen Oktober und März liegt; die Kosten werden übernommen (SGGG, Expertenbrief Nr. 91). Alternativ kann das Neugeborene nach der Geburt direkt eine schützende Antikörper-Gabe erhalten; nötig ist nur eines von beidem, das besprechen wir mit Ihnen.
Covid-19. Schwangere ohne weitere Risikofaktoren gelten heute nicht mehr automatisch als besonders gefährdet. Deshalb empfehlen wir die Covid-Impfung nicht mehr pauschal, sondern je nach Ihrem persönlichen Risikoprofil – etwa bei bestimmten Vorerkrankungen –, vor allem im Herbst und Winter. Wir besprechen das individuell mit Ihnen.
Ja, absolut. Die in der Schwangerschaft empfohlenen Impfungen sind Totimpfstoffe und seit vielen Jahren gut untersucht – sie sind für Sie und Ihr Kind sicher. Am häufigsten ist eine harmlose Reaktion an der Einstichstelle, manchmal etwas Müdigkeit. Die Sorge, eine Impfung könnte dem Kind schaden, können wir Ihnen nehmen: Das Gegenteil ist der Fall – sie gibt ihm Schutz.
Nicht alle Impfungen sind in der Schwangerschaft möglich. Sogenannte Lebendimpfstoffe – etwa gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder Windpocken (Varizellen) – werden während der Schwangerschaft nicht verabreicht (Schweizerischer Impfplan). Solche Impfungen klärt man am besten schon vor einer Schwangerschaft ab (mehr dazu → «Vor der Schwangerschaft»). Und falls Sie geimpft wurden, ohne von der Schwangerschaft zu wissen: Das ist kein Grund zur Sorge und kein Grund, an der Schwangerschaft zu zweifeln.
Bringen Sie Ihren Impfausweis zur Kontrolle mit. So sehen wir gemeinsam, welche Impfungen in der Schwangerschaft anstehen und welche wir am besten nach der Geburt nachholen oder auffrischen. Auch beim Partner und bei engen Bezugspersonen kann eine Auffrischung (etwa gegen Keuchhusten) das Neugeborene zusätzlich schützen.
Die empfohlenen Impfungen gegen Keuchhusten, Grippe und RSV werden von der Grundversicherung übernommen.
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Medizinischer Inhalt geprüft durch Dr. med. Michael Singer –