Supplements for Fertility-Seeking Couples – What Works and What Doesn’t

Supplements for Fertility-Seeking Couples – What Works and What Doesn’t

Wer sich ein Kind wünscht, möchte alles richtig machen – und das Internet ist voll von Pulvern, Kapseln und «Fruchtbarkeits-Boostern», die genau dieses Gefühl bedienen. Unsere Haltung ist ehrlich: Ein einziges Präparat lohnt sich für praktisch jede Frau mit Kinderwunsch. Bei fast allem anderen ist der Nutzen klein bis unbewiesen, auch wenn die Werbung anderes verspricht. Wir möchten Ihnen keine falsche Hoffnung verkaufen, sondern zeigen, was die Daten wirklich hergeben (Übersicht: Nährstoffe und IVF, RBMO 2023)).
Folsäure ist das einzige Supplement, das wir jeder Frau mit Kinderwunsch klar empfehlen. Sie senkt nachweislich das Risiko für schwere Fehlbildungen des kindlichen Nervensystems (Neuralrohrdefekte wie den «offenen Rücken»). Entscheidend ist der frühe Start: am besten ein bis drei Monate vor der Empfängnis mit 0,4 mg täglich beginnen und bis Ende der zwölften Schwangerschaftswoche weiternehmen. In bestimmten Situationen – etwa nach einem betroffenen Kind, bei Diabetes oder gewissen Medikamenten – ist eine höhere Dosis nötig; das besprechen wir individuell. Viele Schwangerschaftsvitamine kombinieren Folsäure mit Jod und Vitamin D, was praktisch ist – zwingend nötig ist aber nur die Folsäure (mehr dazu → «Vor der Schwangerschaft»).
Ein Vitamin-D-Mangel ist bei uns häufig, besonders im Winter. Ihn auszugleichen ist für die allgemeine Gesundheit und die Schwangerschaft sinnvoll – deshalb messen und ergänzen wir Vitamin D, wenn es zu tief ist. Als Mittel, um schwanger zu werden, taugt es aber nicht: Die kontrollierten Studien zeigen bestenfalls einen Einfluss auf frühe Laborwerte, aber keinen Effekt auf die Rate an klinischen Schwangerschaften oder Lebendgeburten (Meta-Analyse von 5 Studien). Kurz: bei Mangel ja – als Fruchtbarkeitstherapie nein.
Coenzym Q10 wird vor allem Frauen mit verminderter Eizellreserve oder ab Mitte dreissig als Mittel für «bessere Eizellqualität» angepriesen. Tatsächlich verbessern sich in einigen Studien Marker wie die Zahl reifer Eizellen und die Embryoqualität, und die Schwangerschaftsrate war teils etwas höher. Der entscheidende Punkt fehlt aber: Einen zuverlässigen Beweis, dass am Ende mehr Kinder geboren werden, gibt es nicht – hier sind die Daten uneinheitlich und statistisch nicht gesichert (systematische Übersicht und Meta-Analyse). Deshalb empfehlen wir Q10 nicht generell. Bei einer deutlich verminderten Eizellreserve kann man es auf Wunsch besprechen: Es ist gut verträglich und schadet nicht, geht aber auf eigene Kosten und ohne Garantie.
Rund um den Kinderwunsch werden viele weitere Mittel verkauft. Ehrlich eingeordnet:
Unter dem Strich: Keine dieser Substanzen ist ein Muss, und eine ausgewogene Ernährung bringt mehr als jede Kapsel.
Das Wirksamste ist unspektakulär und kostet fast nichts: nicht rauchen, ein gesundes Gewicht, eine ausgewogene Ernährung – und Folsäure (mehr dazu → «Die Chancen natürlich verbessern»). Supplemente schaden meist nicht, helfen aber häufiger dem Portemonnaie als dem Babywunsch. Wenn ein Mittel in Ihrer Situation einen sinnvollen Grund hat, besprechen wir das offen und ohne Verkaufsdruck.
Auch für den Mann gibt es zahlreiche Präparate, meist Antioxidantien. Bei normaler Spermienqualität sind sie nicht nötig. Ist die Spermienqualität eingeschränkt, kann ein Versuch in Einzelfällen sinnvoll sein – die Evidenz ist aber schwach, und kein Produkt ist den anderen überlegen (Cochrane-Review). Diese Fragen klärt der Mann am besten direkt mit einem Urologen.
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Medical content reviewed by Michael Singer, M.D. –